Streuobstwiese Holtenser Gärten


Vor mehr als 20 Jahren hat der Naturschutzbund (NABU) Wennigsen e.V. den ersten Garten in der Kleingartenanlage südöstlich der Holtenser Kirche angepachtet, inzwischen werden hier 7300 qm als Steuobstwiese und Biotop vom NABU gepflegt.

Streuobstwiesen sind eine klassische mitteleuropäische Kulturlandschaft mit hohem ökologischem Wert.

In Streuobstbeständen kommen viermal mehr Brutvogelarten und fünfmal mehr Brutpaare vor als in Obstplantagen mit Niederstammanlagen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die für Vögel bessere Nahrungssituation auf den Ökoflächen. Die Bäume selbst bieten vielen Vogelarten Brutplätze. Insekten und Spinnentiere finden hier ihren Lebensraum Unterstützt wird dieses durch Hecken, einzelne Hochstammbäume, Kräuterstreifen, Steinhaufen und Nisthilfen.

Auch am Boden unter und zwischen den Baumreihen bleibt Platz für die Natur.

Die Krautschicht unter den lichten Bäumen wird von der Sonne erreicht und wird vital erhalten, so daß sich auch hier eine bunte Lebensvielfalt entwickeln kann.

Um diesen Zustand zu erhalten und eine Verbuschung zu vermeiden ist der Bewuchs durch Mähen oder Beweidung kurz zu halten. Dabei ist zu beachten, dass möglichst wenig mit Stickstoff angereicherte Biomasse auf der Fläche verbleibt und so eine Nährstoffanreicherung (Eutrophierung) verhindert wird.

Beim Mähen ist es also erforderlich das anfallende Schnittgut zu entfernen, was aber sehr personalintensiv ist und sich daher kaum realisieren lässt. Ferner werden durch die mechanische Einwirkung der Mähgeräte zahlreiche Tiere getötet und innerhalb kürzester Zeit werden 100 % des Blütenangebots und des Lebensraums für Insekten zerstört.

Um die Grünflächen naturschonend und mit einem vertretbaren wirtschaftlichen Aufwand zu pflegen, läßt der NABU daher die Grünflächen durch einen lokalen Schäfereibetrieb mit Schafen beweiden.

Neben den eingezäunten Beweidungsflächen wird in einigen Bereichen auch eine Verbuschung und Heckenbildung zugelassen, um für weitere Kleintiere einen Lebensraum zu schaffen.